Kurz gefasst: Beim Fernsignieren bleibt der private Schlüssel des Unterzeichners in einer sicheren, zertifizierten Umgebung — typischerweise einem Hardware-Sicherheitsmodul eines qualifizierten Vertrauensdiensteanbieters. So lassen sich fortgeschrittene oder qualifizierte elektronische Signaturen von jedem Gerät erstellen, ohne Smartcard oder USB-Token.
Jahrelang waren die höchsten Signaturstufen mit einer Hardware-Hürde verbunden: Smartcard, Kartenleser, USB-Token und der zugehörige Support-Aufwand. Fernsignieren beseitigt diese Reibung. Statt einen Signaturschlüssel auf einem physischen Gerät zu halten, liegt der Schlüssel in einer sicheren Serverumgebung unter alleiniger Kontrolle des Unterzeichners, der sich aus der Ferne authentifiziert, um ihn zu nutzen. Das Ergebnis ist dieselbe Rechtskraft — einschließlich qualifizierter elektronischer Signaturen (QES) — über Browser oder mobile App.
Fernsignieren, auch server- oder cloudseitiges Signieren genannt, ist ein Ansatz, bei dem der zum Signieren verwendete kryptografische Schlüssel in einem Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) erzeugt und gespeichert wird statt auf einer Karte oder einem Token in der Hand des Unterzeichners. Will jemand signieren, authentifiziert er sich beim Signaturdienst, weist seine Berechtigung zur Schlüsselnutzung nach, und das HSM führt die Signaturoperation in seinem Auftrag aus. Der private Schlüssel verlässt die geschützte Hardware nie.
Fernsignieren unterstützt das gesamte Spektrum der eIDAS-Signaturstufen. Fortgeschrittene elektronische Signaturen (AES) lassen sich problemlos im großen Maßstab umsetzen, während qualifizierte elektronische Signaturen (QES) — die der Handunterschrift rechtlich gleichgestellte Stufe — erreichbar sind, wenn der Schlüssel in einer qualifizierten Signaturerstellungseinheit (einem zertifizierten Fern-HSM) liegt und die Identität entsprechend verifiziert ist. Dieselbe Plattform kann auch qualifizierte elektronische Siegel für Organisationen erzeugen.
Fernsignieren ist keine proprietäre Abkürzung. Es beruht auf offenen Standards: Die API des Cloud Signature Consortium (CSC) und die ETSI-Spezifikation TS 119 432 definieren, wie Signaturanwendungen mit Vertrauensdiensteanbietern kommunizieren, während PAdES (ETSI EN 319142) regelt, wie Signaturen in PDF-Dokumente eingebettet werden. Diese Standards ermöglichen die Integration des Signierens in eigene Systeme und den Wechsel oder die Kombination von Anbietern ohne Neuentwicklung.
Fernsignieren passt überall dort, wo Signaturen in großem Maßstab oder unterwegs gebraucht werden: Kundenverträge und Kontoeröffnungen, Arbeits- und HR-Dokumente, Freigaben und Autorisierungen sowie hochvolumiges Back-Office-Signieren. Da es QES unterstützt, deckt es auch die Dokumente ab, bei denen das Gesetz die der Handunterschrift gleichwertige Form verlangt.
primesign ermöglicht rechtskonformes Fernsignieren, indem zertifizierte serverseitige Signaturerstellung mit einer nahtlosen Benutzererfahrung kombiniert wird. Als qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter verwaltet primesign Signaturschlüssel sicher in zertifizierten HSMs, unterstützt starke Authentifizierungsverfahren und ermöglicht qualifizierte elektronische Signaturen (QES) direkt über Browser oder mobile Geräte – ganz ohne Smartcard oder USB-Token.
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